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Flussmittel

Aufgaben

Flussmittel (manchmal auch "Fluxer" genannt) sind beim Löten oft eingesetzte Hilfsstoffe. Sie erfüllen mehrere Funktionen:

  1. Verringerung der Schmelztemperatur: Das Lot benötigt unter Einsatz von Flussmitteln eine geringere Temperatur, um zu schmelzen. Dies spart Energie und bringt erhebliche ökonomische und ökologische Vorteile.
  2. Verringerung der Viskosität: Das Lot wird durch Flussmittel dünnflüssiger und dringt besser in Spalte und Fugen.
  3. Reinigungs- und Lösemittelfunktion: Die Lötstelle wird von Oxidschichten gereinigt und vor weiterer Oxidation (Reaktion mit dem Luftsauerstoff) geschützt. Oxidschichten können die Haltbarkeit und Leitfähigkeit von Lötstellen erheblich beeinträchtigen.

Lötdraht mit eingearbeitetem FlussmittelFlussmittel müssen sehr spezifisch auf das verwendete Lot und das verwendete Lötverfahren abgestimmt werden, beispielsweise befindet sich beim herkömmlichen Handlöten das Flussmittel im Lötdraht. Es gibt kein universell einsetzbares Flussmittel.




Risiken

Gemeinsam ist den Flussmitteln jedoch die gesundheits- und umweltschädliche Wirkung. Aufgrund der Reinigungs- und Lösemittelfunktion sind sie häufig ätzend oder reizend und fettlösend. Sie können die Atmungsorgane und die Augen schädigen oder reizen, Hautkontakt ist aufgrund der fettlösenden Eigenschaft in jedem Fall zu vermeiden. Bei ätzenden Flussmitteln (besonders aggressiv ist das in der Schmuckindustrie verwendete Königswasser) sind besondere Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Eine fachgerechte Absaugung ist in jeden Falle empfehlenswert, da sich die Flussmittel oder Bestandteile davon als Dämpfe oder Gase über die Luft ausbreiten können.
(Quelle, 16.06.2008)

Beispiele

Liste einiger häufig verwendeter Flussmittel:

  • Weichlöten von schwermetallhaltigen Loten:
    • Zink- und andere Metallchloride
    • Ammoniumchlorid
    • Organische Säuren (Zitronen-, Öl-, Stearin-, Benzoesäuren u.A.)
    • Amine, Diamine, Harnstoff
    • Organische Halogenverbindungen
    • Natürliche Harze (Kolophonium), modifizierte natürliche Harze
  • Weichlöten mit schwermetallfreien Loten:
    • Chloride und Fluoride
    • Zink- und/oder Zinnchlorid
  • Hartlöten mit schwermetallhaltigen Loten:
    • Borverbindungen mit Zusätzen von einfachen und komplexen Fluoriden, Phosphaten, Silikaten
    • Chloride, Fluoride
  • Hartlöten mit schwermetallfreien Loten:
    • Hygroskopische Chloride und Fluoride
    • Nicht hygroskopische Fluoride

(Quelle, 16.06.2008)